Mac OS X Snow Leopard und UNIX
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Mon, Jun 28, 2010; by Bernd.

"Do one thing and do it well" ist das Grundprinzip von Unix-Programmen. Dass diese Philosophie ganz gut zu OS X passt, wo man auch bemüht ist, Sachen zu vereinfachen um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Apple schon seit Jahren als zugrundeliegendes Betriebsystem ein Unix verwendet. Wer glaubt, dass OS X nur ein Grafisches User Interface (kurz GUI) zu bieten hat, liegt falsch. Es ist dank Unix sehr leicht möglich, ähnlich wie bei Linux tiefe Eingriffe in das System vorzunehmen, wenn auch nicht ganz so tief. Wen schon immer mal interessiert hat, was eigentlich untendrunter los ist, was die Unterschiede zwischen einen Linux-Kernel und Darwin sind und wie Open-Source-Programme wie der Apache-Webserver installiert werden können, dem sei das Buch ≥Mac OS X Snow Leopard und UNIX„ empfohlen.
Da ich langjähriger Linux-Benutzer bin, würde ich von mir behaupten, dass ich deutlich andere Ansprüche an meinen Arbeitsrechner habe als andere. Für mich stellten sich einige Fragen, die dank des Buches zum Großteil beantwortet wurden. Ich fragte mich z.B. immer schon, wie man es schafft, bei dem Befehl cp ohne den -a Schalter auszukommen. Dass es einfach ein Programm namens dito gibt, das genau dasselbe wie ein cp -a macht, ist die Lösung. Ich kannte zwar Fink und macports, aber mir war etwas unwohl bei dem Gedanken, an einem stabilen System zu schrauben. Das Kapitel über macports hat aber kaum mehr Fragen und Unsicherheiten offen gelassen, so dass ich dank der Anleitung meine komplette gewohnte Programmierumgebung ˆ Ruby, MySQL und ein paar unverzichtbare von Linux bekannte Tools ˆ installieren konnte. Viele Unterschiede zu Linux gibt es eigentlich gar nicht, dafür gab es viele positive Überraschungen, wie unter anderem, dass direkt über die Konsole mit dem Befehl "say" eine Sprachausgabe zur Verfügung steht oder auch direkt Screenshots gemacht werden können.
Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Betriebsystem selbst, etwa mit Neuerungen in Snow Leopard, und hauptsächlich mit den Funktionen des Programms Terminal. Der zweite Teil ist dem Arbeiten mit dem Terminal gewidmet ˆ hier findet man ein Werkzeug-Set bestehend aus Befehlen und Erklärungen zu den Bereichen Dateien, Prozesse, Benutzerverwaltung und Rechte. Auch ein interessantes Thema ist wie man mit Spotlight, der internen Suche von OS X, interagieren kann. Im dritten Teil werden die Netzwerkdienste unter die Lupe genommen. Darunter fallen ziemlich alle gängigen Protokolle wie http, ssh, ftp und SMB. Das Einrichten von Servern wird auch angeschnitten. So wird erklärt, wie man einen Apache-Webserver mit PHP und/oder Python inklusive MySQL-Datenbank aufsetzt. Ein eigener Teil ist Common UNIX Printing System (kurz CUPS) gewidmet. In Teil fünf geht es darum, Aufgaben zu automatisieren, was zum Großteil anhand von BASH-Skripten erklärt wird. Besonders hilfreich war dabei das Kennenlernen der Protokollierung mit logger. Der letzte Teil beschäftigt sich mit Open Source auf Mac OS X ˆ es wird auf das Softwareverwaltungs System macports eingegangen.
Kai Surendorf ist mit ≥Mac OS X Snow Leopard und UNIX„ ein gutes, technisch versiertes Buch gelungen. Ich kann es jedem empfehlen, der ernsthaft über einen Umstieg von Linux auf Mac OS nachdenkt und wie ich als Programmierer oder Systemadministrator eine gute Referenz für OS X benötigt. Das Buch enthält auch eine kleine Referenzkarte mit den wichtigsten UNIX-Befehlen. Ich denke, dass ein Großteil der Themen gut abgedeckt wird und der Preis von knapp 40 Euro für dieses schön gestaltete und an Informationen reiche Buch durchaus gerechtfertigt ist.
Mac OS X Snow Leopard und UNIX
Kai Surendorf
Galileo Design
556 S., 5., aktualisierte und erweiterte Auflage 2010, geb., mit Referenzkarte
39,90 Euro, ISBN 978-3-8362-1476-6
rezensiert von Bernhard Essl
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